Header.jpg

Dyskalkulie

Dyskalkulie ist spezielle Form der Rechenschwäche.

Es gibt eine erworbene Rechenschwäche und eine biogenetische (vererbte) Dyskalkulie.

Eine erworbene Rechenschwäche können durch folgende Faktoren entstehen:
- Schulische Faktoren
nicht angemessene Beschulung, mangelnde Unterrichtsqualität, gestörtes Lehrer-Schüler-Verhältnis, Lehrerwechsel, zu kurze Lernzeit, falsche Lern- und Lösungsstrategien, didaktogene methodische Ursachen, unangepasstes metodisches Vorgehen, Fehlen relevanter Vorkenntnisse etc.
- Familiäre Faktoren
schwierige familiäre Situation (Scheidung, Vernachlässigung, Tod eine Familienmitglieds, Konkurrenz zwischen Geschwistern), unzureichende Anregung, zu geringe intellektuelle Anforderungen, Eltern nehmen die Probleme des Kindes nicht wahr, negative Einstellung der Eltern zur Schule, keine außerschulische Hilfe etc.
- soziale Faktoren
Störung des Sozialverhaltens, asoziales Verhalten, Isolation, Mobbing etc.
- Psychische Faktoren
fehlendes Selbstvertrauen, niedrige Erfolgszuversicht, negatives Selbstkonzept, Misserfolgsfurcht, mangelnde Frustrationstoleranz, Demotivation, emotionale Verhaltensprobleme, Agression, Depression, Impulsivität, Hypomotorik etc.
- Kognitive Faktoren
allgemeine Intelligenzminderung, mangelnde Vorkenntnisse, verzögerter Operationserwerb, wenig ausgeprägte Fähigkeiten und Begabungen, beeinträchtigung der Aufmerksamkeit und/oder der Konzentration und/oder der Gedächtnisleistung etc.
- Körperliche bzw. physische Faktoren
medizinische Hör- oder Sehprobleme, genetische Schäden des Zentralennervensystems, sensorische Beeinträchtigungen (auditiv, visuell usw.), motorische oder sprachliche Faktoren etc.
 
Eine Dyskalkulie wird unterschieden in:
 
Primärdyskalkulie
- biogenetisch bedingt
- differente Sinneswahrnehmungen
- zeitweise Unaufmerksamkeit während des Umgangs mit Zahlen
- fehlerhaft ausgeführte Rechenoperationen
 
Sekundärdyskalkulie
Ist eine Dyskalkulie mit weiteren zusätzlichen Problemen, z.B. Schulangst, Lernangst etc.
Hier muss unbedingt ein Psychologe oder Arzt hinzugezogen werden.
 
Lange Zeit wurde weder Rechenschwäche noch Dyskalkulie als Diagnose anerkannt. Auch ist dieser Bereich von der Forschung wenig untersucht worden.
Nur an Hand der Syntome kann man eine Dyskalkulie nicht von einer erworbenen Rechenschwäche unterscheiden.
Die Schwierigkeite treten hauptsächlich bei den grundlegenden Rechenfertigkeiten auf, weniger bei höherer Mathematik.
Der Aufbau- und Verinnerlichungsprozess und damit die Anwenden von mathematischen Operationen und Zahlen ist hier meist fehlerhaft.
Die genauen Gründe der Verursachunge einer Dyskalkulie ist noch nicht ausreichend erforscht doch wurden einige Parallelen zur Legasthenie gefunden. Es wird sogar ein Zusammenhang vermutet. Sinneswahrnehmungen, besonders optisch-räumliche sind hier beeinträchtigt. Was durch Versuche mit Subitizing, das simulatane Erfassen von kleinen Mengen (bis 4) auf einen Blick, verfestigt wurde. Überdurchschnitllich viele Kinder mit Rechenproblemen haben auch neidrige Ergebnisse beim sportanen Erfassen. Auch konnte gezeigt werden, das die Steigerung der Seh-Fähigkeit die Rechenfähigkeit verbesserte.
 
Normal bis überdurchschnitllich intelligente Menschen, deren Leistungen im mathematischen Bereich erwartungswidrig, also niedrig, ausfallen und bei denen alle herkömmlichen Formen des Übens und Nachhelfens keinen Erfolg zeigen, nennt man dyskalkul.
 
Eine Rechenschwäche kann durch gezieltes Symptomtraining überwunden werden, eine Dyskalkulie kann durch gezieltes Training der Sinneswahrnemung und zusätzlichem Symptomtraining verbessert werden, wird aber nie ganz überwunden werden.
 
Anzeichen eine Dyskalkulie oder Rechenschwäche

- zählendes Operieren

- ähnlich Zahlen werden gespiegelt, verdreht, verwechselt

- Probleme beim Zehnerübergang

- Klammern an vorgstellte oder plastische Zählhilfen

- bei Unsicherheit wird von vorn gezählt

- zahlenbegriffliches schlussfolgerndes Denken fehlt

- Probleme beim Rückwärtszählen

- unökonomische/unlogische Verwendung von Veranschaulichungsmitteln

- hohe Anstrengung, schnelles Ermüden bei mathematischen Aufgaben

- benötigt unverhältnismäßig viel Zeit für die Berechung

- schematische Bewältigung - Abweichungen irritieren

- hohe Fehlerzahl bei komplizierten Aufgaben

- keine Verbesserung trotz intensiven Übens

- Geübtes wird schnell wieder vergessen

- Geübtes wird nicht verstanden nur auswendig gelernt

- Defizite im räumlichen und geometrischen Vorstellungsvermögen

- Aufgabenstellung kann nur wortwörtlich wiedergegeben werden

- Wahllose Verknüpfung von Zahlen und Operationen, irgendwie eine Lösung finden

- offensichtliche Fehler werden nicht erkannt

- widersprüchliche Ergebnisse werden nicht erkannt

- keine Tranzferleistungen, stets wird neu gerechnet